Monday, January 9, 2012

E-Learning

E-Learning: mehr Kooperation unter Studenten

Wird das Studium durch das E-Learning einsamer?

E-Learning sowie Teamarbeit wird an den Hochschulen fächerübergreifend gefordert. Beides steht unter dem Einfluss von modernen interaktiven Social-Media-Technologien.

Im Internet frei zugängliche File-Sharing-Programme wie Google-Docs oder Dropbox werden von Studenten verwendet, um Materialien in einer Lerngruppe oder einer Projektgruppe zu sammeln und auszutauschen. Das Projektteam wird gut über einen Blog auf dem Laufenden gehalten und alle Mitglieder können in einem Wiki die gemeinsame Arbeit zusammen beschreiben.

Seitens der Universitäten wird diese Entwicklung unterstützt. Ab dem Sommersemester 2011 hat die LMU beispielsweise für Studenten aller Fachrichtungen eine webbasierte Kollaborationssoftware LMU-Teams zur Verfügung gestellt. LMU-Teams ist vor allem ein zugriffsgeschützter Webspace, in dem die Studenten und Wissenschaftler gemeinsam an Inhalten arbeiten können. Neben den klassischen Kommunikationstools wie Foren, Blogs und Wikis können auch weitere Projekt- und Wissensmanagementfunktionen genutzt werden, wie ein Kalender oder eine Aufgabenverwaltung.

Fast jedes Institut oder Fachschaft betreibt ihr eigenes Diskussionsforum. Bei Verständnisproblemen stellen die Studenten gerne ihre Fragen, die nicht nur von den Tutoren und Betreuern beantwortet werden, sondern auch von anderen Kommilitonen. Außerdem haben Studenten die Möglichkeit klausurrelevante Inhalte oder die Organisation des nächsten Stammtisches zur Diskussion zu stellen.
Während Studenten technischer Fachrichtungen und Naturwissenschaftler für ihre Projekte Wikis benutzen, nehmen wiederum Geisteswissenschaftler Lernplattformen in Anspruch, wie zum Beispiel Moodle. Das Grundmodell hinter Moodle ist die Bereitstellung von Lerninhalten in Kursräumen, wobei die Lehrperson immer die zentrale Rolle spielt. Der Lehrende kann beispielsweise eine Umfrage oder eine Übung vorgeben, die von Kursteilnehmern bearbeitet werden muss, und dann als Text oder als Datei zum Hochladen termingerecht abzugeben ist. Er kann auch einen Test mit den gängigen Übungstypen erstellen - wie z. B. Multiple-Choice, Zuordnung und freier Text.
Die weit verbreiteten Sozialen Netzwerke stellen aktuell alle diese kollaborativen Tools in Frage. Die Wissenschaftler entdeckten, dass die Gruppenintelligenz und -motivation einen positiven Einfluss auf den individuellen Lernprozess ausüben kann. Deswegen wird die Entwicklung von einer sozialen Lernplattform nun in Angriff genommen. Auf solcher Lernplattform spielt die Gruppenkommunikation eine zentrale Rolle und nicht die Lerninhalte. Die erste Pilotversion wurde unter der Leitung von Prof. Kerres bereits entwickelt und mit Studenten getestet.

Präsenz- oder Online-Vorlesung?

In letzter Zeit stehen ganze Vorlesungsreihen und auch andere Veranstaltungen in Form von Videoaufnahmen mit Folienpräsentationen frei oder passwortgeschützt den Studenten im Internet zur Verfügung. Die Vorträge werden zuerst aufgenommen, danach mit den Präsentationsfolien synchronisiert, anschließend werden sie zusammen mit  weiteren Unterlagen auf   einem Internetportal der Universität veröffentlicht.

Die Online-Vorlesungen (z.B. Video Online der LMU München, Lecture2Go der Universität Hamburg) sollen die Präsenzveranstaltungen auf keinen Fall ersetzen, sondern die Präsenzlehre in folgenden Punkten verbessern:
  • Die Studenten nutzen die Vorlesungsvideos vor allem für die Vor- und Nachbearbeitung der Vorlesungen: Vor allem während der Klausurenzeit wird ein erhöhter Zugriff auf die Videos einzelner Veranstaltungen registriert.
  • Durch Steuerungsmöglichkeiten der Media-Player kann man sein individuelles Tempo des Vortrags festlegen. Besonders profitieren davon fremdsprachige Studierende.
  • Es können mehr Studierende teilnehmen, ggf. auch unabhängig davon, ob sie dem Fachbereich angehören und noch genügend Plätze frei sind.
  • Eine solche Vorlesungsaufzeichnung wird häufig benutzt, wenn ein Student weit entfernt ein Auslandssemester absolviert, oder eine andere Veranstaltung parallel belegen muss.
  • Lehrende können ihre Videos in Hinblick auf ihre Lehrmethoden analysieren.
  • Einzelne Vorträge einer virtuellen Tagung werden live über die Uni-Website ausgestrahlt und können auch nachträglich noch reflektiert werden.



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